Streit in der Beziehung: Die unsichtbaren Muster hinter euren Konflikten

Manchmal ist der Auslöser klein: Ein Satz kommt falsch an oder der Blick, der anderes gemeint war als er wirkt. Und zack seid ihr mittendrin in diesen Auseinandersetzungen, aus denen es scheinbar keinen Ausweg gibt. Ihr habt schon viel ausprobiert – sachlich bleiben, eure jeweilige Sichtweise darlegen, nochmal von vorne anfangen. Und trotzdem landet ihr immer wieder an derselben Stelle.
Das liegt nicht daran, dass ihr nicht kommunizieren könnt. Es liegt an der dahinter versteckten Dynamik, die abläuft.
Aus der Mücke wird ein Elefant
Stell dir folgende Situation vor: Du möchtest etwas ansprechen, das dir wichtig ist. Dein Gegenüber reagiert gereizt oder abwehrend. Du fühlst dich nicht gehört, wirst emotionaler, erklärst mehr, wirst lauter oder leiser. Dein Gegenüber fühlt sich bedrängt, zieht sich zurück oder geht in die Gegenoffensive.
Du wolltest eigentlich nur verstanden werden – und plötzlich klingst du als würdest du Druck machen. Dein Gegenüber wollte sich nur schützen – und wirkt auf einmal wie jemand, der angreift oder sich einfach so zurückzieht. Vielleicht versucht eine:r von euch sogar die Situation zu retten, doch das funktioniert irgendwie auch nicht. Nicht selten endet die Streitsituation in einem verzweifelten, ungelösten „unentschieden“ und jeder zieht sich in seine Ecke zurück.
Wie früh gelernte Erfahrungen eure Kommunikation heute prägen
Du / ihr fragt euch – woran liegt das?
Unsere Art zu kommunizieren, entsteht nicht erst in der Beziehung, sie entsteht viel früher: in der Herkunftsfamilie, in Freundschaften und früheren Partnerschaften, in Beziehung mit Menschen, die uns nah sind. Wir lernen wie Kommunikation, Nähe und Rückzug sowie Auseinandersetzungen in diesen Beziehungen funktionieren und bilden unseren eigenen Bezugsrahmen.
Früh erlangen wir das Verständnis, wie wir unsere Bedürfnisse kommunizieren können, um sie versorgt zu bekommen und wissen, welches Verhalten wir vermeiden sollten, um Ablehnung zu vermeiden. Wenn die jeweils gelernten Verhaltensmuster und daraus entstehenden Bemühungen nicht zum Erfolg führen, entstehen diese Auseinandersetzungen, die sich anfühlen als dreht man sich im Kreis.
Der Kreis wird in der Transaktionsanalyse als Dreieck beschrieben. Es gibt 3 Positionen, die eingenommen werden können: Der Verfolger, der Retter und das Opfer. Die Startposition ist variabel und hängt von den Beteiligten ab. Jede Position löst immer auch ein Gegenposition aus, sodass man im Dreieck hin und her springt, ohne einer Lösung näher zu kommen.
Ein erster Schritt: Bedürfnisse erkennen statt Positionen verteidigen
Wie oben beschrieben, entsteht jeder Bezugsrahmen aus euren individuellen Erfahrungen. Eure jeweiligen Verhaltenmuster beinhalten auch immer einen wichtigen Selbstschutz vor Ablehnung und Verletzung. Sie sind es Wert, individuelle Lösungen zu entwickeln, die genau zu jedem von euch und zu eurer Beziehung passen.
Ein guter Anfang ist, herauszufinden welche Gefühle in dir aufkommen und welches Bedürfnis Beachtung finden möchte. Wie ist es bei deinem Partner/ deiner Partnerin?
Versucht euren Blick von „richtig/ falsch“ oder „Recht/ Unrecht“ auf „anders“ zu lenken. Häufig verhärten sich die Fronten, weil es darum geht die eigene Position zu verteidigen. Akzeptiert ihr, dass eure Positionen „anders“ sind, nimmt das die Wertung und damit die mögliche Ablehnung oder Verletzung und die Erarbeitung einer Lösung bedeutet nicht mehr, sich selbst aufzugeben.
Vielleicht lässt sich sogar eine Strategie finden, in der das jeweils „andere“ eine gute Ergänzung ergibt. Denn vermutlich ist es genau das anders sein das, was am Gegenüber interessant und anziehend ist.
Wenn ihr euch in diesem Blog-Beitrag wiederfindet und ihre eure individuelle Situation anschauen möchtet, freue ich mich auf eure Nachricht.
Ich bin Sara, zertifizierte Transaktionsanalyse Beraterin und Coach (DGTA) für Einzelpersonen und Paare im privaten oder beruflichen Kontext. In meinem Blog teile ich Impulse, die innere Muster bewusst machen und dir Anregungen geben, neue Handlungsspielräume zu entwickeln.


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